In eigener Sache …ohne Moos nix los

Auch im Karneval ist ohne Moos nix los

Im Jahr 2009 wurde die Karnevalsgesellschaft Närrische Lohauser e.V. (KGNL) gegründet, um das karnevalistische Brauchtum im Düsseldorfer Norden zum Leben zu erwecken. Die zentrale Erkenntnis im fünften Jahr des Bestehens ist wie folgt: Um eingefleischter Karnevalist zu sein bedarf es einer gehörigen Portion Idealismus, Spaß am Winterbrauchtum und eine Menge Geschick im Management sowie Kostencontrolling. Menschen also die Aufgaben übernehmen und die sagen mit mir und nicht ohne mich. Haben sich einmal solche Menschen gefunden und Erfahrungen gesammelt wird sehr schnell klar, was eine weitere tragende Säule des Karnevals ist, nämlich Förderer und Beförderer dieses Brauchtums.

Schon die Rheinische Post schreibt in Ihrem Artikel vom 31.01.2014, dass den Jecken in Düsseldorf eine noch schwierigere Finanzlage bevor steht – die Einnahmen stagnieren, die Ausgaben jedoch steigen. Und das ist der Kern des Ganzen und trifft auch auf die kleinen Karnevalsvereine in den Stadtteilen wie z.B. Lohausen zu. Je mehr der Wille besteht am 01. März 2014 den Gästen des KGNL Biwaks sowie des Veedelzochs in Lohausen ein professionelles karnevalistisches Umfeld zu bieten, desto größer sind die Herausforderungen in monetärer Hinsicht.

Da geht es nicht nur um Kostenpositionen wie die Leihgebühren für Veranstaltungszelte, Showbühne, Stromaggregate oder Licht- und Tonanlagen. Allein die Versicherungskosten für den ca. 70 minütigen Zoch durchs Veedel belaufen sich auf mehrere Hundert Euro. Auch personelle Unterstützung im Kontext Sicherheit z.B. durch das Rote Kreuz muss richtiger Weise ebenso bezahlt werden. Hinzu kommen GEMA Gebühren, die in Ihrer Detailtiefe und inhaltlichen Diversifikation jedem Büttenredner die Tränen vor Lachen in die Augen treiben. Vor diesen Kosten werden viele Vereine letztendlichen kapitulieren. Hier muss die Politik über Parteigrenzen hinweg strukturelle Vereinfachungen der Regelungswut herbeiführen, damit der Amtsschimmel nicht das karnevalistische Treiben erstickt.

Deshalb freut sich die KGNL darüber, dass Werkstätten, Gastronomie, Einzelhändler, Architekten sowie die Bezirksvertretung 5 zu Ihren finanziellen Unterstützern zählen. Ein immer wieder gehörtes lokales Vorurteil, dass mit dem Lohauser Biwak und Veedelszoch Geld verdient wird, also ein Überschuss nach Abzug der Kosten entsteht, muss man ins Reich der Fabeln verweisen. Hier greifen Idealisten in die eigene Tasche.

In diesem Kontext stellt sich doch folgende Frage: Warum betreiben die Lohauser Karnevalisten diesen Aufwand überhaupt? Ganz einfach: Weil sie an den Karneval und sich glauben. Weil sie überzeugt sind einen  kulturellen Beitrag zu Gesellschaft zu leisten, der in seiner Ausprägung einzigartig ist und den es zu schützen sowie fort zu führen gilt. Im Leben darf es nicht immer um Regeln und Kosten gehen, sondern auch um Spaß. Die KG Närrische Lohauser lebt diesen Spaß. Lohausen, Helau.